Unser Präsident des FC Entfelden, Andrea Greco, im Interview mit den «Aarauer Nachrichten» über Wachstum, sportliche Erfolge, organisatorische und infrastrukturelle Herausforderungen.

Der FC Entfelden ist seit seiner Gründung 2004 kontinuierlich gewachsen. Mit sportlichen Erfolgen und einer starken Juniorenarbeit steht der Verein gut da – doch auch organisatorisch und infrastrukturell gibt es viel zu tun. Präsident Andrea Greco über Herausforderungen und Ziele.Anno 2004 gründeten die Mitglieder des FC Oberentfelden und des FC Unterentfelden den heutigen FC Entfelden. Hat der Verein von der Fusion profitieren können?

In diesem Zusammenhang kann ich diese Frage nicht beantworten. Jedoch kann ich heute sagen, dass das Wachstum der Mitglieder in den letzten Jahren extrem zugenommen hat. Das bringt uns als Verein an eine Limite der Kapazität, eine solche Grösse zu führen – mit zwei Sportanlagen, 26 Teams, über 50 Trainern und rund 400 Mitgliedern.

Wie kamen Sie persönlich zum Verein?

Vor vier Jahren wurde ich von einem FCE-Funktionär und Freund gefragt, ob ich nicht als Trainer zum FCE kommen wolle. Ich musste nicht lange überlegen, da ich in Oberentfelden aufgewachsen bin und damals alle Junioren- und Aktivstufen beim FC Oberentfelden absolviert habe. Das war für mich wie ein Comeback.

Ein Präsidialamt erfordert ein hohes Engagement, vor allem neben der regulären Arbeit. Was motiviert Sie, sich so stark für den Verein einzusetzen?

Die Motivation ist, dem Verein und den Mitgliedern eine soziale Struktur zu geben, verbunden mit Sport und Freude. Und wenn ich positive Rückmeldungen bekomme, ist das für mich ein Erfolg.

Kommen wir zum Sportlichen: Die Junioren Ca feierten den Aufstieg in die «Youth League». Was bedeutet das für die junge Mannschaft?

Eine Youth-League-Mannschaft zu haben, ist das Resultat von Fleiss und Arbeit in der Juniorenabteilung und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Trainern, Spielern und dem Juniorenobmann. YL-Teams sind beliebt, ziehen andere an, zu uns zu kommen, die Qualität ist hoch und vor allem ist es eine super Chance und Ausgangslage für den Übergang in die 1. Mannschaft.

Die 1. Frauenmannschaft feierte ebenfalls den Herbstmeistertitel – trotz eines personell eher knappen Kaders. Wie gelang dieser Erfolg trotzdem?

Das Team ist eingespielt, auch neben dem Platz. Wenn das Kader untereinander harmoniert und die Trainer mit Herzblut das Ganze managen, dann kommt auch das Resultat.

Braucht es Massnahmen, um mehr Frauen für den Fussball – und speziell für den FC Entfelden zu begeistern?

Aktuell nicht, da auch in der Frauenabteilung ein stetiges Wachstum besteht, und das spricht sich schnell herum. Die einzigen Massnahmen bei uns im Zusammenhang mit den Frauen betreffen die Infrastruktur. Wir haben zu wenig Garderoben.

Apropos: Mitgliederschwund ist bei vielen Vereinen kein Fremdwort. Wie verhält es sich beim gesamten FC Entfelden?

An Mitgliedern fehlt es nicht. Die grösste Schwierigkeit besteht darin, jeweils Trainer für die vielen Juniorenmannschaften sowie Funktionäre und Helfer für diverse Aufgaben neben dem Platz zu finden. Ehrenamtliche Arbeit ist schon seit mehreren Jahren nicht mehr selbstverständlich und nimmt zunehmend ab.

Der Verein verfügt über zwei Sportanlagen, auf der Sportanlage Schützenrain sogar über einen modernen Kunstrasenplatz. Ist der FC Entfelden also infrastrukturtechnisch bestens aufgestellt – oder bedarf es aus Ihrer Sicht noch Verbesserungen?

Beide Sportanlagen sind in die Jahre gekommen, und das verursacht für uns als Verein sowie auch für beide Gemeinden kontinuierliche Reparatur- und Unterhaltskosten. Ohne Kunstrasen könnten wir den Betrieb mit all diesen Mannschaften gar nicht durchführen. Letztes Jahr wurde auch unser Hauptplatz, der Naturrasen, grundsaniert. Das grösste Problem aktuell besteht bei den Platzbeleuchtungen, da diese noch nicht auf LED umgestellt sind. Das verursacht enorme Kosten und führt teilweise sogar zu Stromausfällen während der Spiele. Zudem sind die Garderoben knapp.

Welche Ziele hat der Verein für die kommenden Jahre – sei es sportlich oder betrieblich?

Aktuell ist mein grösstes Ziel die infrastrukturellen Updates, wie oben bereits erwähnt, da beide Clubhäuser der Sportanlagen in die Jahre gekommen sind.

Sportlich sind wir solide aufgestellt mit den vielen Junioren, zwei Youth-League-Teams und einer wachsenden Frauenabteilung. Für unsere 1. Mannschaft wäre das Ziel, wieder einmal in die 2. Liga aufzusteigen. Jedoch ist auch hier alles mit finanziellen Mitteln verbunden.

Sie haben das letzte Wort.

Ein Dankeschön an alle Sponsoren, die uns jährlich mit ihrem Beitrag unterstützen, und vor allem ein grosses Dankeschön an meine Vorstandskolleginnen und -kollegen sowie an die Funktionäre für die enorm vielen Stunden, die sie für den Verein investieren.

Interview: Joel Dreier